Deine tägliche Visitenkarte aus dem Darm
Was Form, Farbe und Rhythmus wirklich über ihn aussagen
30.08.2026 21 min
Zusammenfassung & Show Notes
🚽 Wusstest du, dass bis zu die Hälfte deines Stuhls aus Bakterien besteht?
Dein Stuhlgang ist eine tägliche Visitenkarte deines Darms 💌 kostenlos, ohne Wartezeit, direkt bei dir zu Hause. Nur lesen muss man sie können.
In dieser Folge nehme ich dich mit in die Bristol-Stuhlformen-Skala 🔍 und räume mit dem Mythos auf, dass tägliches Gehen Pflicht ist. Ich erkläre dir, was Farbe 🎨 und Konsistenz wirklich über deine Verdauung, dein Mikrobiom 🦠 und deine Hormone sagen.
Du erfährst außerdem:
🚩 welche Signale du ernst nehmen solltest
🧪 wann ein Stuhltest medizinisch wirklich Sinn ergibt
💡 konkrete Tipps aus meiner Praxis, von Wasser und Ballaststoffen bis zu Schüssler Salzen und Gemmotherapie
🚩 welche Signale du ernst nehmen solltest
🧪 wann ein Stuhltest medizinisch wirklich Sinn ergibt
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Eine individuelle Beratung ist bei spezifischen Beschwerden immer empfehlenswert. 🌿
Bis dahin: Pass gut auf dich auf – und vergiss nicht, dein Körper ist cleverer, als du denkst. 💛
Heute geht um:
Dein Stuhlgang ist mehr als ein Gang zur Toilette. Er ist ein täglicher Bericht über deinen Darm, dein Mikrobiom und sogar deine Hormone. In dieser Folge erfährst du, warum die Häufigkeit viel weniger zählt, als du denkst, was Form und Farbe wirklich bedeuten, und wann ein Stuhltest sinnvoll ist.
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ℹ️ Dieser Podcast dient der allgemeinen Information und Aufklärung. Er ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Heilpraktikerin.
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Transkript
(Transkribiert von TurboScribe. Upgrade auf Unbegrenzt, um diese Nachricht zu entfernen.) Es gibt ein Thema, über das fast niemand
gerne spricht.
Dabei passiert es bei jedem von uns, jeden
Tag.
Heute schauen wir uns an, was ein gesunder
Stuhlgang wirklich ausmacht, warum die Häufigkeit dabei viel
weniger zählt, als die meisten glauben und wann
ein Stuhltest wirklich sinnvoll ist.
Bleib also dran, denn es wird spannender, als
du denkst.
Willkommen bei Gesundheitslisten2go.
Hier gibt es Medizin ganz einfach, knapp und
klar, für jeden verständlich und offenbar.
Darmhormone, Kinderwunsch, Psyche und auch Energie, alles wird
zusammen irgendwie.
Symptome sind nur Hinweise, also hör genau hin,
denn oft steckt darin ein tieferer Sinn.
Gesundheitslisten2go, für dein Team echt sowieso.
Pass gut auf dich auf, Stück für Stück,
denn Balance bringt dich oft zurück.
Hallo und herzlich willkommen und schön, dass du
wieder dabei bist.
Heute schauen wir auf eines der spannendsten und
am meisten unterschätzten Feedbacksysteme deines Körpers.
Stell dir vor, du bekommst jeden Tag einen
kostenlosen Bericht über deine Verdauung, dein Mikrobiom und
dein Tempo im Stoffwechsel.
Ohne Wartezeit, direkt bei dir zu Hause.
Das Einzige, was du dabei tun musst, ist
hinschauen.
Diese Folge ist dein Werkzeugkasten, um diesen täglichen
Bericht lesen zu lernen.
Du erfährst, warum die Häufigkeit deines Stuhlgangs oft
völlig unterschätzt wird und was die Form über
deine Darmpassagezeit verrät.
Welche Farbe wirklich ein Alarmsignal ist und wann
ein Stuhltest medizinisch wirklich sinnvoll sein kann.
Ich betone das deshalb, weil natürlich es gibt
nie ein Muss, aber genauer hinzuschauen, lohnt sich
ganz, ganz häufig.
Über die Psyche, über Schlafprobleme, sogar über hormonelle
Schwankungen sprechen wir mittlerweile ganz, ganz offen.
Unser Stuhlgang, der bleibt aber ganz, ganz häufig
ein Tabu.
Genau dieses Tabu führt zu einer erstaunlichen Wissenslücke.
Die meisten Menschen bewegen sich zwischen zwei Extremen.
Die einen sind fest davon überzeugt, ein täglicher
Gang zur Toilette sei Pflicht und geraten bei
der kleinsten Abweichung sofort in große Sorge.
Und die anderen, die übersehen jahrelang schleichende Veränderungen
in Farbe und Konsistenz, die medizinisch sogar längst
eine klare Sprache sprechen.
Dabei ist dein Darm kein einfaches Abflussrohr.
Es ist ein hochkomplexes Ökosystem.
Dein Stuhlgang besteht nämlich nicht nur aus dem,
was du oben hineingesteckt hast.
Zwischen 20 und 30 Prozent seiner festen Masse
sind reine Bakterien-Biomasse, abgestorbene und lebende Mikroorganismen
aus deiner Darmflora.
Dazu kommen abgestoßene Schleimhautzellen, Wasser und unverdauliche
Ballaststoffe.
Und wenn du deinen Stuhlgang betrachtest, schaust du
buchstäblich auf den aktuellen Zustand deines inneren Mikrobioms.
Ich vergleiche den Stuhlgang gerne mit einer Visitenkarte
des Darms.
Auf dieser Karte stehen vier Parameter.
Form, Farbe, Konsistenz und Häufigkeit.
Wer den Code kennt, kann gut ablesen, was
im Maschinenraum deines Körpers gerade so passiert.
Fangen wir mit der Form an.
Und sie erzählt am meisten über die Passagezeit,
also darüber, wie lange die Nahrung in deinem
Darm unterwegs war.
In der Gastroenterologie gibt es sogar dafür eine
Skala.
Die nennt sich Bristol-Stuhlform-Skala.
Es sind sieben verschiedene Typen, die nebeneinander liegen
und an denen man sich so ungefähr orientieren
kann, wo man sich gerade befindet.
Stell dir das Ganze wie eine Linie vor,
auf der die ganzen Stuhltypen jetzt liegen.
Ein Anfang und ein Ende.
Am Ende stehen harte, einzelne Klümpchen, fast wie
kleine Nüsse.
Das Zeichen für eine sehr, sehr lange Verweildauer.
Der Dickdarm hatte also hier viel Zeit, dem
Stuhl Wasser zu entziehen.
Oft eine Folge von zu wenig Trinken, zu
wenig Ballaststoffen, zu wenig Bewegung.
Manchmal steckt aber auch hier Stress dahinter, der
die Darmbewegung natürlich dann ausbremst.
Am anderen Ende steht komplett wässriger Stuhl.
Ohne feste Bestandteile.
Das Zeichen für eine viel zu kurze Verweildauer.
Der Inhalt schoss so schnell durch den Dickdarm,
dass kaum Zeit blieb, das Wasser zurückzuholen.
Das ist typisch bei akuten Reizungen, Infekten, Unverträglichkeiten
und manchmal auch bei chronischen Entzündungen.
Und in der Mitte, da liegt der Idealzustand.
Wie eine Wurst, bananenförmig, glatt, weich.
Ich sag immer, wie der Bob in der
Bahn.
Das bedeutet, deine Nahrung war genau richtig lange
im Dickdarm unterwegs.
Meistens 24 bis 72 Stunden.
Der Darm hatte also Zeit, die Nährstoffe aufzunehmen
und genau die passende Menge Wasser zu entziehen.
Eins bleibt natürlich dazu zu sagen, man kann
sich mal am Anfang und am Ende dieser
Linie befinden.
Das ist völlig normal.
Man ist ja auch mal krank oder mal
was Falsches gegessen.
Aber prinzipiell wäre es natürlich von Vorteil, wenn
wir uns in der Mitte dieser Linie bewegen
würden.
So kommen wir jetzt zur Häufigkeit.
Das ist der Mythos, der am meisten Sorgen
verursacht.
Muss man jeden Tag auf die Toilette gehen?
Nein.
In der Medizin gilt eine klare Faustregel.
Die 3-3-Regel.
Alles zwischen dreimal am Tag und dreimal in
der Woche gilt als normal.
Wer alle zwei Tage problemlos zur Toilette geht,
hat keine Verstopfung.
Und wer zweimal am Tag weichen, gut geformten
Stuhl hat, hat auch keinen Durchfall.
Entscheidend ist nicht der Kalender.
Entscheidend ist, dass die Entleerung ohne große Anstrengung,
ohne Schmerzen, ohne starkes Pressen funktioniert.
Jeder Mensch ist anders.
Und der Darm hält sich hier auch gar
nicht an Kalenderregeln.
Was aber in meinen Augen viel wichtiger ist,
ist die Regelmäßigkeit als die Zahl pro Woche.
Nämlich, ob du dem Drang, auf die Toilette
zu gehen, auch wirklich folgst.
Dein Darm hat einen eingebauten Reflex, den gastrokolischen
Reflex, der besonders nach dem Aufstehen und nach
der ersten Mahlzeit aktiv wird.
In diesem Moment ist der Darm bereit.
Schiebst du das Ganze immer wieder auf, weil
gerade keine Toilette in der Nähe ist oder
weil es dir einfach unangenehm ist, unterwegs auf
die Toilette zu gehen, dann gewöhnt sich dein
Darm mit der Zeit daran, dieses Signal schwächer
zu senden.
Der Enddarm dehnt sich, das Wasser wird weiter
entzogen, der Stuhl wird härter.
Genau daraus entsteht bei vielen Menschen eine Verstopfung,
die mit der Ernährung oft sogar wenig zu
tun hat.
Der Grund liegt im Ignorieren des eigenen Signals
immer wieder über Wochen, über Monate, über Jahre.
Nimm dir deshalb morgens ein paar Minuten mehr
Zeit, ohne auf die Uhr zu gucken.
Das ist ganz, ganz wichtig.
Steh vielleicht früher auf oder mach irgendeine andere
Morgenroutine.
Das ist oft wirksamer als jedes Nahrungsergänzungsmittel.
Jetzt kommen wir zur Farbe.
Die normale braune Farbe verdankt der Stuhl gar
nicht an allererster Linie deinem Essen.
Er verdankt sie deiner Leber.
Sie produziert Gallenflüssigkeit ursprünglich grün-gelb.
Deine Darmbakterien wandeln die Gallensalze auf dem Weg
durch den Darm in einen Stoff namens Stercobilin
um.
Und genau der, der färbt den Stuhl braun.
Weicht die Farbe deutlich ab, wird es spannend.
Sehr helles Grau oder eine tonartige Farbe kann
darauf hinweisen, dass zu wenig Gallenflüssigkeit im Darm
ankommt.
Oft ein Thema der Gallenwege oder der Leber,
das auf jeden Fall auch in ärztliche Abklärung
gehört, ohne hier Angst zu machen.
Manchmal ist das einfach nur die Organe, die
ein bisschen müde geworden sind und ein bisschen
Unterstützung brauchen.
Grünlicher Stuhl kann nach viel Spinat und Grünkohl
völlig harmlos sein.
Kommt er zusammen mit Durchfall vor, ist die
Gallenflüssigkeit so schnell durch den Darm gerauscht, dass
die Bakterien keine Zeit hatten, sie braun umzuwandeln.
Rötliche Spuren stammen oft von roter Bete oder
Heidelbeeren.
Lässt sich durch die Ernährung das nicht erklären,
muss auf jeden Fall Blut abgeklärt werden.
Selbst wenn es nur um Hämorrhoiden oder Fissuren
geht.
Und tiefschwarzer, klebriger Stuhl ohne Eisenpräparate oder medizinische
Kohle ist auf jeden Fall ein echtes Alarmsignal.
Es kann auch verdautes Blut aus weiteren oberen
Abschnitten hindeuten, also auch aus dem Magen und
dem Zwölffingerdarm.
Nimm das ernst, prüfe es nach und gehe
auf jeden Fall, wenn du so etwas hast,
lieber einmal mehr zum Doktor, als dass du
am Ende sagst, verdammt, wieso bin ich nicht
gegangen.
Noch ein Hinweis, bevor wir zu den Tipps
kommen, der mir wirklich wichtig ist und ich
hatte es bereits gesagt.
Auch innerhalb deines eigenen Musters darf es zu
Schwankungen kommen.
Ein Wochenende mit viel Reisen, ungewohntem Essen und
wenig Schlaf kann den Rhythmus für ein paar
Tage komplett durcheinander bringen.
Das ist keine Krankheit, das ist eine ganz
normale Reaktion auf veränderte Umstände.
Genauso kann eine Woche mit viel rohem Gemüse
und Salat den Stuhl kurzfristig weicher machen.
Der Körper reagiert auf das, was du ihm
gibst.
Und das ist erstmal ein gutes Zeichen und
kein schlechtes.
Also, du musst dir keine Sorgen bei einzelnen
Abweichungen machen.
Sorgen sollte dir ein Muster machen, das sich
über Wochen und Monate nicht mehr normalisiert.
Und noch ein Punkt, der oft untergeht.
Der Stuhl erzählt auch etwas über deine Darmbakterien.
Ein gesundes Mikrobiom produziert kurzkettige Fettsäuren, die den
Stuhl geschmeidig halten und die die Darmschleimhaut ernähren.
Ist dieses Gleichgewicht gestört, etwa nach einer Antibiotika
-Behandlung oder in Zeiten großem Stresses, verändert sich
oft die Konsistenz.
Noch lange bevor du die anderen Beschwerden so
richtig spürst.
Der Stuhl ist damit manchmal der früheste Hinweis,
den du bekommst.
Für dich als Frau kommt noch ein Aspekt
hinzu, den sogar kaum jemand kennt.
Dein Darm ist an der Regulation deiner Hormone
beteiligt, besonders an Östrogen.
Verbrauchtes Östrogen wird in der Leber verarbeitet und
über die Galle in den Darm abgegeben, damit
es ausgeschieden werden kann.
Läuft die Verdauung zu langsam, bleibt der Stuhl
zu lange im Darm liegen.
Und dann können bestimmte Darmbakterien dieses Östrogen wieder
aktivieren und zurück in den Blutkreislauf schleusen.
Man nennt diese Bakteriengruppe das Estrobolom.
Das kann zu mehr Beschwerden rund um den
Zyklus beitragen, zu stärkeren PMS-Symptomen oder zu
einem Gefühl von Hormonchaos, das sich niemand so
richtig erklären kann.
Ein Darm, der regelmäßig und gut arbeitet, ist
deshalb auch ein Stück Hormonarbeit und nicht nur
Verdauungsarbeit.
Deshalb, wie ich immer sage, alles gehört letztendlich
zusammen und auch zusammen behandelt.
So, jetzt haben wir so ungefähr besprochen, wie
die Visitenkarte deines Stuhls so aussehen sollte und
könnte.
Kommen wir mal jetzt zu den Tipps, was
du dafür tun kannst.
Fangen wir mit dem Einfachsten an.
Es wird trotzdem am meisten unterschätzt.
Wasser.
Für einen weichen, gut geformten Stuhl braucht dein
Darm genug Flüssigkeit, die er dem Darm auch
wieder zuführen kann.
Als Richtwert gelten 30 bis 35 Milliliter pro
Kilogramm Körpergewicht pro Tag.
Bei 65 Kilo also rund zwei Liter.
Trink sie über den Tag verteilt, nicht literweise
auf einmal.
Dann Ballaststoffe.
Flohsamen schalen ein bis zwei Teelöffel mit ausreichend
Wasser und auch in Wasser eingerührt, wenn du
das möchtest, die Quellen im Darm auf und
geben dem Stuhl Volumen und Gleitfähigkeit.
Frisch geschroteter Leinsamen wirkt ähnlich und liefert zusätzlich
wertvolle Fettsäuren.
Steigere die Menge aber bitte langsam, also so
über ein bis zwei Wochen.
Sonst reagiert der Bauch mit Blähungen.
Und was viele unterschätzen, Bewegung nach dem Essen.
Ein 10 bis 15-minütiger Spaziergang regt die
Darmbewegung spürbar an.
Du musst dafür auch kein Sport treiben.
Ein Gang um den Block reicht völlig aus.
Ja, und dann ist da noch dein Nervensystem,
das mit deinem Darm redet.
Und zwar in beide Richtungen.
Ist du im Stress, im Stehen, nebenbei am
Handy, schaltet der Körper auf Kampf- oder
Fluchtmodus und die Verdauung fährt runter.
Nimm dir für mindestens eine Mahlzeit am Tag
Zeit zum Sitzen und zum Kauen.
Schau nicht ins Handy und versuche total entstresst
zu sein.
20- bis 30-mal Kauen ist natürlich
auch etwas, was ich den Menschen immer mitgebe.
Denn durch das Kauen wird natürlich die Speichelproduktion
angeregt.
Und auch im Mund beginnt ja schon Verdauung
über zum Beispiel die Amylase.
Und das hilft dem Magen, das hilft auch
dem restlichen Verdauungstrakt.
Und aus der Naturheilkunde gibt es auch einige
Begleiter, die sich in der Praxis bewährt haben.
Bei einem trägen Darm kann man zum Beispiel
Schüsselersalze einsetzen, zum Beispiel die Nummer 9 und
die Nummer 10.
Sie unterstützen den Stoffwechsel und die Ausleitung.
Bitterstoffe, zum Beispiel aus Löwenzahmen, regen die Gallenproduktion
an und bringen die Verdauung insgesamt in Schwung.
Aber auch hier wieder schauen, was passt zu
dir, welche Stoffe sind enthalten und natürlich auch
schauen, ob du auf irgendetwas davon reagierst.
Und bei nervös bedingten Verdauungsproblemen, etwa nach Stress
oder üppigem Essen, hat sich auch schon Nuxvomika
homeopathisch bewährt.
Eine individuelle Beratung ist natürlich hier empfehlenswert, bevor
du selbst etwas einsetzt, was du nicht kennst,
was du nicht weißt, wie du es einsetzen
sollst.
Und du musst natürlich auch die passende Potenz
und die passende Dosierung wissen, um sie an
deine Situation anzupassen.
Ja, und dann noch ein Wort zu Magnesium.
Magnesiumcitrat zieht Wasser in den Darm und macht
den Stuhl weicher.
Die kann bei gelegentlicher Verstopfung eine sanfte Unterstützung
sein.
Viele Menschen haben ja leider einen Magnesiummangel, ohne
es so richtig zu wissen.
Wichtig ist, die richtige Form und die richtige
Dosis zu finden.
Denn nicht jede Magnesiumverbindung wirkt hier gleich.
Es gibt natürlich noch weitere Möglichkeiten, den Darm
zu unterstützen.
Zum Beispiel die Gämmotherapie oder Spagyric.
Aber hier gehört dann wirklich das Ganze schon
in eine Hand, die sich auskennt.
Aber da bin ich mir sicher, dass du
da jemanden findest oder jemanden fragen kannst.
So, und jetzt kommen wir aber zu einer
kleinen Übung, die du vielleicht für dich mal
machen kannst.
Führe für sieben Tage ein kurzes Protokoll.
Drei Wörter reichen.
Form, Farbe, ja, vielleicht auch die Konsistenz und
wie du dich danach gefühlt hast.
Du musst jetzt hier kein Foto machen und
es ist auch kein Perfektionismus hier vonnöten.
Nur genug, um dein eigenes Muster zu erkennen.
Die meisten meiner Patienten sind nach dieser Übung
tatsächlich etwas überrascht und wundern sich, dass es
doch gar nicht so unregelmäßig ist.
Und jetzt eine Frage, die mir in der
Praxis immer wieder gestellt wird.
Wann sollte ich eigentlich einen Stuhltest machen?
Meine klare Antwort darauf.
Ein Stuhltest ist keine Schablone, die man einfach
über jeden stülpen kann.
Wenn jemand zu mir in die Praxis kommt,
starten wir in der Regel mit einer soliden
Basisdiagnostik.
Wir schauen uns das Mikrobiom an.
Wie ist die Verdauungsleistung?
Wie arbeitet der Pankreas?
Ob es Entzündungsmarker, wie zum Beispiel Kaltprotektin oder
Zonulin gibt, die auffällig sind.
Und jetzt kommt der entscheidende Punkt.
Aus der ausführlichen Anamnese, also dem genaueren Hinhören,
was du mir erzählst oder was der Patient
mir erzählt, entscheide ich ganz individuell, welche Spezialparameter
wir noch dazunehmen.
Ob es um Nahrungsmittelunverträglichkeiten geht, chronischen Stress oder
diffuse Erschöpfung.
Diagnostik muss maßgeschneidert sein und nicht nach einem
Gießkannenprinzip ablaufen.
Aber, und das ist mir als Therapeutin extrem
wichtig, es gibt ganz klare rote Flaggen, bei
denen ein Stuhltest erst mal hinten ansteht.
Wenn du sichtbares Blut im Stuhl bemerkst, ungewollt
und rasch an Gewicht verlierst und wenn sich
dein Stuhlverhalten ganz plötzlich und drastisch verändert, dann
gehört das zwingend ohne Umwege in fachliche Hände
zur Abklärung.
Zum Beispiel durch eine Darmspiegelung.
Das dürfen wir in der Praxis nicht schönreden
und pro forma testen.
Hier gilt erst die ärztliche Ausschlussdiagnostik und dann
alles andere.
Und wann bringt uns die funktionelle Diagnostik also
einen echten Durchblick?
Genau dann, wenn ernsthafte organische Ursachen vom Arzt
ausgeschlossen wurden.
Du dich aber trotzdem tagtäglich mit Reizdarmsymptomen, Blähbauch,
wechselnden Stühlen oder ständiger Müdigkeit herumplagst.
Dann liefert uns der Stuhltest die entscheidenden Puzzleteile,
um dein Mikrobiom und deine Darmschleimhaut wieder gezielt
aufzubauen.
Und wenn bei dir alles rund läuft, wenn
dein Stuhl weich und gut geformt ist, du
deinen stabilen Rhythmus hast und dich gut fühlst,
dann brauchst du erstmal eigentlich keinen Test.
Noch eine Sache, die ganz, ganz wichtig ist
zu erwähnen.
In meine Praxis kommen ja Menschen mit bestimmten
Symptomen, mit bestimmten Problemen.
Ich starte manchmal, auch wenn sie mir beim
Stuhlgang nicht viel angeben, ganz häufig doch damit.
Ich schaue mir nämlich gerne die Basis an.
Oftmals hat sich nämlich in der Therapie herausgestellt,
dass wenn man nicht zuerst die Basis behandelt,
dass man dann an den anderen Schrauben gar
nicht gut drehen kann.
Bedeutet, dass Symptome, die sich woanders zeigen, wie
Wechseljahresbeschwerden, wie Kinderwunsch, oft darauf basieren, dass das
Grundsystem, also die Verdauung gut, gut läuft.
Und wir wissen ja, unser Körper hält lange
viel, viel aus und ist lange still.
Und deshalb bin ich einfach ein Freund davon,
vorab schon mal zu schauen und das im
Prinzip als TÜV zu sehen, dass man einfach
mal den genaueren Blick in den Körper rein
hat.
Wie läuft das Verdauungssystem?
Wie ist das Mikrobiom aufgestellt?
Und gibt es hier stille Entzündungen?
Das bespreche ich aber ganz individuell mit meinen
Patienten, wenn sie bei mir sind.
Und wie gesagt, es gibt im Prinzip hier
keine Schablone, die man jedem überlegen kann.
Das ist nochmal ganz, ganz wichtig für mich
hierzu erwähnen.
Wir sind fast am Ende angekommen und wir
fassen das Ganze jetzt nochmal zusammen.
Ein gesunder Stuhlgang hat wenig mit einer festen
Zahl pro Woche zu tun und mehr mit
einem eigenen, stabilen Muster.
Kenne deine Muster, achte auf Veränderungen und nimm
anhaltende Signale ernst, statt sie wegzulächeln.
Dein Darm sagt dir jeden Tag, wie es
dir geht.
Du musst nur lernen, seine Sprache zu lesen.
Und wenn du aus dieser Folge nur einen
Satz mitnimmst, dann bitte diesen.
Deine Zahl ist deine Zahl.
Nicht die deiner Nachbarin, nicht die aus dem
Internet.
Höre auf deinen eigenen Rhythmus und handle, wenn
er sich über längere Zeit verändert.
Und in der nächsten Folge geht es um
das Thema Krebs.
Ein Thema, vor dem sich fast jeder fürchtet.
Das ist auch gar kein leichtes Thema für
eine Podcast-Folge, ganz, ganz ehrlich gesagt.
Ich wurde aber gebeten, es mal aus meiner
Sicht zu erzählen und ein bisschen aus der
Praxis ohne Panikmache.
Du lernst deinen Körper als eine Art Sicherheitsdienst
aus 30 Billionen Zellen kennen, der rund um
die Uhr für dich Wache hält und warum
Elefanten trotz hundertmal mehr Zellen kaum an Krebs
erkranken.
Also, komm doch wieder vorbei und hör wieder
rein.
Und bis dahin, pass gut auf dich auf
und denk daran, dein Körper ist cleverer als
du denkst.
Das war Gesundheitswissen to go, medizinverständlich, knapp und
klar.
Wenn dir die Folge gefallen hat, lass mir
gern ein Like da.
Teil sie mit Menschen, die sie brauchen, denn
Wissen darf weiterlaufen.
Bleib neugierig, hör in dich rein, dein Körper
will verstanden sein.
Und bis zur nächsten Folge, pass gut auf
dich auf und vergiss nicht, dein Körper ist
cleverer als du denkst.