Gesundheitswissen to go

...klar verständlich, für Dich und dein Team!“

Insulinresistenz verstehen

Wenn der Schlüssel nicht mehr passt

02.08.2026 21 min

Zusammenfassung & Show Notes

Heute geht um: 

Insulinresistenz – wenn der Schlüssel nicht mehr passt 🔑

Blutbild unauffällig. Trotzdem nach dem Essen komplett platt? 😴 Genau darum geht's heute.
In dieser Folge:

 🔑 Das Schlüssel-Schloss-Bild, das dir Insulinresistenz endlich verständlich macht
 🍽️ Warum die Reihenfolge auf dem Teller mehr verändert als du denkst
 🧠 Was Dauerstress mit deinem Blutzucker zu tun hat
 📉 Der eine Laborwert, nach dem kaum jemand fragt – und der Jahre früher Alarm schlägt
 💪 Konkrete Tipps für diese Woche

Hör rein! 🎧
Fragen oder Wünsche für die nächste Folge? Schreib mir auf Instagram: @naturheilpraxisjuliakaser

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 ℹ️ Dieser Podcast dient der allgemeinen Information und Aufklärung. Er ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Heilpraktikerin.

Transkript

(Transkribiert von TurboScribe. Upgrade auf Unbegrenzt, um diese Nachricht zu entfernen.) Stell dir vor, dein Blutbild ist komplett unauffällig. Trotzdem bist du nach dem Mittagessen so müde, dass du am liebsten den Kopf auf den Schreibtisch legen würdest. Heute erfährst du, was in deinem Körper in solchen Momenten wirklich passiert, lang bevor du das Schwarz auf Weiß in deinem Blutbild siehst. Bleib also dran, denn es wird spannender, als du denkst. Willkommen bei Gesundheitswissen2go. Hier gibt es Medizin, ganz einfach, knapp und klar, für jeden verständlich und offenbar. Darmhormone, Kinderwunsch, Psyche und auch Energie, alles wirkt zusammen irgendwie. Symptome sind die Hinweise, also hör genau hin, denn oft steckt darin ein tieferer Sinn. Gesundheitswissen2go Für dein Team, ich sowieso Pass gut auf dich auf, Stück für Stück Denn Balance bringt dich oft zurück Hallo und herzlich willkommen und schön, dass du wieder dabei bist. Letzte Woche saß eine Patientin bei mir in der Praxis, nennen wir sie mal Sabene. Mitte 40, ist seit Jahren ungefähr das Gleiche, bewegt sich regelmäßig und trotzdem der Bauch wird runder. Nach dem Essen kommt dieser bleierne Müdigkeitsanfall, gegen den auch zwei Kaffee nicht mehr ankommen. Beim Hausarzt heißt es, alles im grünen Bereich. Sabene hat zu mir genau das gesagt, was ich in der Praxis fast jede Woche höre. Ich verstehe das einfach nicht. Vielleicht kennst du das ja auch. Vielleicht fragst du dich gerade, ob mit deinem Stoffwechsel etwas nicht stimmt, obwohl auf dem Laborzettel alles unauffällig aussieht. In der heutigen Folge schauen wir uns genau das an, die Insulinresistenz. Ein Wort, das die meisten nur aus der Diabetes-Ecke kennen und das schon Jahre bevor ein Wert im Blutbild überhaupt ausschlägt, in deinem Körper aktiv sein kann. Am Ende dieser Folge weißt du dann, was in deinen Zellen gerade passiert, warum dein Bauch dabei eine besondere Rolle übernimmt und was du schon in dieser Woche ändern kannst, ohne dich selbst zu kasteien. Insulinresistenz betrifft vermutlich mehr Menschen als du denkst und das Tückische daran, sie macht sich erst sehr spät bemerkbar. Schätzungen gehen davon aus, dass bei einem großen Teil der Erwachsenen bereits eine Insulinsresistenz im Körper aktiv ist, ohne dass der normale Check-up beim Hausarzt das überhaupt aufdeckt. Der Grund ist tatsächlich wirklich simpel. Der Standardtest misst meist nur den nüchternen Blutzucker und der bleibt oft jahrelang völlig normal, während im Hintergrund längst etwas in Schieflage ist. Außerdem sind wir mal ganz ehrlich, wenn wir ja einen Termin beim Hausarzt zur Blutabnahme haben, dann verhalten wir uns ja doch ein paar Tage vorher recht brav, damit der Bluttest das nicht so anzeigt. Zumindest kann ich das aus meiner Erfahrung, ich hab ja lange beim Arzt auch gearbeitet, sagen, dass die Leute gesagt haben, ach ich hab jetzt mal drei Wochen lang auf Zucker verzichtet, ich wollte ja, dass meine Werte gut sind. Naja, ob das dann wirklich so die Wahrheit sagt, das sei mal dahingestellt. Was bedeutet aber jetzt Insulinresistenz für den Alltag? Heißhunger am Nachmittag, der bleierne Müdigkeitsanfall, nach Nudeln oder nach Brot, ein Bauch, der wächst, obwohl sich an deinem Speiseplan eigentlich nichts geändert hat. Das sind keine Charakterschwächen, wie eigentlich alles, über das wir hier sprechen. Das ist die klassische Biochemie, die ich hier immer wieder benennen will. Etwas, das im Körper eigentlich total korrekt läuft. Meistens sind wir ja selber daran schuld, dass irgendetwas aus dem Ruder läuft. Und wenn du dann aber nicht weißt, wonach du schauen musst, schiebst du diese Signale jahrelang auf Stress, aufs Alter und auf einen vermeintlich fehlenden Willen. Oder man sagt ja ganz häufig zu sich, Mensch, ich bin ja total inkompetent, was mich selbst angeht. Ja, aber wenn das Biochemie ist, hast du wenig Einfluss. Außer, dass du die Dinge, die die Biochemie beeinflussen, ändern kannst. Um zu verstehen, was hier passiert, brauchst du ein Bild. Einen Schlüssel und ein Schloss. Insulin ist dieser Schlüssel. Jedes Mal, wenn du isst, vor allem Kohlenhydrate, steigt der Zucker in deinem Blut an. Deine Bauchspeicheldrüse merkt das und schickt Insulin los. Als Schlüssel. Der zu den Zellen schwimmt und dort das Schloss öffnet. Das sogenannte Insulinschloss oder Insulinrezeptor. Erst wenn diese Tür aufgeht, kann der Zucker aus dem Blut in die Zelle hinein. Dorthin, wo er als Energie gebraucht wird. Bei einer Insulinresistenz wird dieses Schloss zunehmend schwergängiger. Der Schlüssel passt zwar noch, er dreht sich nur schwerer. Stell dir vor, du hattest einen Partner und du möchtest nicht mehr, dass er in die Wohnung kommt, weil ihr euch getrennt habt. Er klingelt aber immer wieder, er klopft immer wieder und er hat natürlich noch den Schlüssel, um zu dir reinzukommen. Die logische Konsequenz wäre, dass du das Schloss austauschst. Denn wenn er dir den Schlüssel nicht zurückgibt, dann ist das natürlich sinnvoll, damit er die Wohnung nicht mehr betreten kann. Er steht aber weiter vor der gleichen Tür mit dem selben Schlüssel und probiert Tag für Tag diese Tür mit dem alten Schlüssel, der nicht mehr passt, aufzuschließen. Nur öffnet sich die Tür natürlich nicht mehr, weil du hast ja ein neues Schloss und der Schlüssel passt nicht mehr. Und genau das passiert zwischen Insulin und deinen Zellen. Deine Bauchspeicheldrüse merkt natürlich, dass die Tür nicht mehr so weit oder ganz aufgeht. Und sie macht das Einzige, was ihr einfällt. Sie produziert mehr Schlüssel, mehr Insulin. Eine Weile funktioniert dieser Trick auch richtig gut. Dein Blutzucker bleibt unauffällig, weil so viel zusätzliches Insulin im Blut zirkuliert, sodass die schwergängigen Schlösser am Ende vielleicht doch noch aufgehen. Und genau hier liegt das Tückische. Du kannst über Jahre einen völlig normalen Blutzucker haben und trotzdem schon mitten in einer Insulinresistenz stecken. Sichtbar wird das Ganze oft erst, wenn jemand gezielt das nüchterne Insulin misst. Wie viel Insulin dein Körper aufwenden muss, um den Blutzucker überhaupt im normalen Bereich zu halten. Aus diesem Wert lässt sich der sogenannte HOMA -Index berechnen. Er schlägt oft Jahre früher Alarm als der reine Blutzuckerwert. Wo landet der Zucker denn, wenn jetzt die Türen so schwer aufgehen? Ein großer Teil davon wandert ins Fettgewebe und zwar bevorzugt in den Bauch. Wir hatten das ja in der Folge der Hormonbauch schon gehört. Hier wiederholen sich zwar Dinge, aber Insulinresistenz hat nun mal eine ganz eigene Folge verdient. Das Fett, das du mit den Fingern kneifen kannst, direkt unter der Haut, das ist eigentlich harmlos. Das andere, das tief im Bauchraum sitzt, um Leber, um Darm, um Bauchspeicheltrüse, das legt sich wie ein Film dadrum, das nennt sich viszerales Bauchfett und ist etwas ganz, ganz anderes. Es liegt nämlich nicht einfach nur da. Es produziert eigene Botenstoffe, schickt sie ins Blut und befeuert damit eine stille Entzündung im ganzen Körper. Und übrigens, man kann von außen schlank wirken und trotzdem innen, um die Organe herum, eine ganze Menge von diesem aktiven Fett in sich tragen. Der Tallienumfang sagt darüber mehr aus, als die Zahl auf der Waage. Ein Wert über 80 cm bei einer Frau gibt hier den ersten Hinweis, dass man genauer hinschauen sollte. Und dann ist da noch dein Darm, von dem kaum jemand vermutet, dass er hier mitredet. In deinem Darm leben Billionen Bakterien, normalerweise in einem fein abgestimmten Gleichgewicht. Gerät dieses Gleichgewicht aus dem Tritt durch zu viel Zucker, zu wenig Ballaststoffe oder Dauerstress, wird die Darmwand durchlässiger. Man spricht dann von einem löchrigen Darm, dem leaky gut. Durch diese kleinen Lücken gelangen Bakterien Bestandteile, die im Darm bleiben sollten, in deine Blutbahn. Dein Immunsystem schlägt dann Alarm und genau hier wird eine stille Entzündung natürlich noch mehr befeuert. Und noch ein Mitspieler, den fast niemand auf dem Schirm hat. Stress. Dein Nervensystem wurde nicht für E-Mails und Deadlines entwickelt. Es wurde für echte Gefahr gebaut. Für den Moment, in dem du blitzschnell Energie brauchst, um zu kämpfen oder zu fliehen. Genau dafür gibt es Cortisol, dein zentrales Stresshormon. Es treibt den Blutzucker nach oben, damit Muskeln und Gehirn sofort etwas zur Verfügung haben. Denn du musstest ja vielleicht früher ganz, ganz zügig flüchten und konntest dir nicht vorher, um Energie zu haben, den Bauch vollschlagen. Also evolutionär eine absolut grandiose biochemische Aktion. Das Problem, dein Körper unterscheidet kaum zwischen einer echten Notlage und einem nervigen Chef, einer Deadline oder einer durchgemachten Nacht. Bei Dauerstress bleibt das Cortisol hoch und ein dauerhaft erhöhtes Cortisol bedeutet einen dauerhaft künstlich erhöhten Blutzucker. Und schon eine einzig schlechte verbrachte Nacht kann diese Insulinwirkung an den Zellen am nächsten Tag sogar verschlechtern. Bei Frauen kommt ab Mitte 40 sogar noch ein weiterer Faktor hinzu, nämlich das Östrogen. Dieses Hormon hat über Jahrzehnte ganz nebenbei mitgeholfen, die Zellen insulinempfindlich zu halten und Fett bevorzugt an Hüften und Oberschenkel zu speichern, nicht am Bauch. Sinkt der Östrogenspiegel in den Wechseljahren, fällt dieser Schutz weg. Genau deshalb erleben so viele Frauen in dieser Lebensphase zum ersten Mal in ihrem ganzen Leben einen Bauch, den sie vorher überhaupt nicht kannten. Auch das wieder keine Charakterfrage, sondern Biochemie. So kommen wir jetzt mal zu den Dingen, die du machen kannst, wenn du vermutest, eine Insulinresistenz zu haben. Die gute Nachricht zuerst, bevor wir zu den Tipps kommen. Eine beginnende Insulinresistenz lässt sich umkehren. Die Schlösser an deinen Zellen können sich erholen und wieder normal auf Schlüssel reagieren. Schwierig wird es tatsächlich erst, wenn die Bauchspeicheldrüse durch jahrelange Überlastung ihre eigene Insulinproduktion fast verloren hat. Bis zu diesem Punkt, und das betrifft die meisten Menschen, die das hier hören, steht die Tür für eine echte Umkehr noch ganz weit offen. Okay, fangen wir mit dem Thema Bewegung an, denn die wirkt schneller als fast alles andere. Wenn deine Muskeln arbeiten, öffnet sich eine zweite Tür zur Zelle, ganz ohne Insulin, ganz ohne Schlüssel. Die Muskelzelle holt sich den Zucker in diesem Moment einfach direkt aus dem Blut, weil sie ihn als Energie benötigt. 10 Minuten zügiges Gehen am besten innerhalb der ersten halben Stunde nach einer größeren Mahlzeit können die Blutzuckerspitze danach deutlich kappen. Du brauchst dafür auch kein Fitnessstudio. Ein Spaziergang um den Block, ein paar Treppen, Gartenarbeit, das zählt schon. Und sitzt du tagsüber viel am Schreibtisch, steh alle 30 bis 60 Minuten kurz auf, geh ein paar Schritte, hol dir ein Glas Wasser oder lauf einfach mal die Treppen rauf und runter, wenn das in deinem Job möglich ist. Schon diese kleinen Unterbrechungen halten ein paar Türen länger offen, als wenn du den ganzen Tag am Stück sitzt. Bau dazu zwei bis drei Mal pro Woche etwas Krafttraining ein. Kniebeugen, ein Band, also ein Fitnessband, das du nutzen kannst, um Muskeltraining zu machen. Vielleicht auch leichte Handeln, das reicht schon. Aber natürlich, wenn du ins Fitnessstudio gehst, lass dir einen Plan erstellen, damit du Ganzkörpertraining machen kannst. Mehr Muskelmasse heißt mehr Speicherplatz für Zucker, ganz unabhängig davon, was gerade auf deinem Teller liegt. Und beim Frühstück lohnt sich ein zweiter Blick. Wer morgens mit Müsli oder Zucker oder einem süßen Brötchen startet, ohne Eiweiß dazu, schickt den Blutzucker erst steil nach oben und dann genauso steil wieder runter. Genau dieser Absturz löst oft eine Stunde später den nächsten Heißhunger aus. Die Alternative? Rührei mit Avocado statt süßem Porridge. Ein Naturjoghurt mit Nüssen statt Marmeladenbrot. Etwa 20 Gramm Eiweiß reichen schon. Ein Ei, etwas Füttenkäse oder eine Handvoll Nüsse. Das hält den Blutzucker über Stunden stabil. Auch die Reihenfolge auf dem Teller verändert mehr als die meisten ahnen. Isst zuerst das Gemüse, dann das Eiweiß und erst zum Schluss die Kohlenhydrate, also z.B. Kartoffeln, Reis, Nudeln oder Brot. Das als Letztes und nicht als Erstes. Gemüse und Eiweiß verlangsamen die Verdauung und sorgen dafür, dass der Zucker aus den Kohlenhydraten viel gleichmäßiger ins Blut gelangt. Gleiches Essen, gleiche Menge, nur eine andere Reihenfolge. Und der Unterschied im Blutzuckerverlauf kann erstaunlich groß sein. Ein kleiner Vorlauftrick dazu, den viele meiner Patienten schätzen. Ein Teelöffel naturtrüber Apfelessig in einem großen Glas Wasser, kurz vor der Mahlzeit getrunken. Das unterstützt die Zuckeraufnahme in den Muskeln messbar. Kostet fast nichts und braucht nur ein wenig Gewöhnung. Man muss sich natürlich an diesen Essiggeschmack, an diesen Apfelessiggeschmack erst mal gewöhnen. Bei manchen geht's gut, manche sagen, ich krieg das nicht runter. Und noch ein Trick für später. Kochst du Kartoffeln, Reis oder Nudeln, dann esse sie erst am nächsten Tag. Lass sie also mindestens 12 Stunden im Kühlschrank abkühlen. So entsteht nämlich die sogenannte resistente Stärke. Die verhält sich nämlich im Körper eher wie ein Ballaststoff als wie der reine Zucker. Und genauso wichtig wie das, was du isst, sind die Pausen dazwischen. Solange ständig irgendetwas verdaut werden muss, bleibt auch ständig Insulin im Blut. Solange das so ist, schaltet dein Körper kaum in den Modus, indem er eigene Fettreserven anpackt. Ein süßer Snack zwischendurch scheinbar harmlos, verhindert genau diesen Wechsel. Du musst dafür kein striktes Fastenfenster einhalten. Es reicht schon zwischen den Mahlzeiten bewusst, nicht zu naschen und deinem Körper diese Ruhepause wirklich zu lassen. Nimm auch deinen Schlaf ernst. Er ist echt keine Kür. Er ist Stoffwechselmedizin, wichtige Stoffwechselmedizin. Schon eine einzige Nacht mit nur weniger als 6 Stunden Schlaf kann die Insulinwirkung am nächsten Tag spürbar verschlechtern. 7 bis 8 Stunden mit möglichst festen Zu -Bett-Gehzeiten und festen Aufstehzeiten natürlich auch, gehört zu den wirkungsvollsten Stellschrauben überhaupt, auch wenn das im Alltag oft am schwierigsten umzusetzen ist. Und dann ist da noch das Thema Stress. Den kannst du aktiv senken, nicht bloß ertragen. 10 Minuten bewusstes Durchatmen am Tag, ein kurzer Spaziergang ohne Handy, ein paar tiefe Atemzüge mit langer Ausatmung. Das aktiviert den Vagusnerv und bringt das Cortisol runter, das sonst den Blutzucker künstlich oben hält. Klingt banal, aber die Wirkung lässt sich trotzdem messen. Ja, und wenn wir schon beim Thema Stress sind, wichtig ist natürlich, wenn es machbar ist, sich Energieräuber vom Hals zu schaffen. Das nur so ganz nebenbei, denn die halten ja permanent den Stresslöffel oben. Aber klar, es gibt natürlich auch Energiefresser, die wir uns nicht vom Hals halten können. Aber was geht, das kann weg. Und aus der Naturheilkunde gibt es ein paar Helfer, die im Prozess unterstützend wirken können. Zum Beispiel Bitterstoffe vor dem Essen. Ja, man kann es in Form von Chicorée oder klassischem Bittertee machen, das regt die Verdauung an. Und das kann automatisch auch den Blutzuckeranstieg nach einer Mahlzeit etwas abmildern. Auch Ceylon-Zimt, eine Messerspitze ins Müsli oder in den Kaffee gerührt, wird in der Erfahrungsheilkunde seit Langem mit einer milderen Insulinwirkung in Verbindung gebracht. Und auch Magnesium spielt hier eine Rolle, denn dieser Mineralstoff wird für die Insulinwirkung an der Zelle direkt gebraucht. Kürbiskerne, Mandeln und grünes Blattgemüse liefern davon eine ganze Menge. Und wie immer gilt, die Dosis macht das Gift. Und eine individuelle Beratung ist natürlich hier auch empfehlenswert, bevor du etwas dauerhaft in größeren Mengen einsetzt. Und zum Schluss ein Tipp, den du direkt beim nächsten Arztbesuch einsetzen kannst. Frag mal gezielt nach mehr als nur nach deinem nüchternen Blutzucker. Der HbA1c-Wert zeigt dir den Durchschnitt der letzten zwei bis drei Monate. Und das nüchterne Insulin, aus dem sich der HOMA-Index berechnen lässt, deckt eine versteckte Insulinresistenz auf, lange bevor sich am Zucker überhaupt etwas zeigt. Allerdings kann es sein, dass dein Hausarzt diesen Wert nicht bestimmen kann. Aber schau mal auf deinen Endokrinologenzettel. Meistens machen das Endokrinologen. Und falls du noch nicht beim Endokrinologen warst, sprich mit deinem Hausarzt darüber. Vielleicht kann der dich dort mal hinsenden. Diese Werte, die ich eben genannt habe, außer der nüchternen Blutzucker, die laufen natürlich nicht automatisch mit. Du musst wirklich gezielt danach fragen. Und der Tallienumfang ganz ohne Labor sagt dir ja auch schon zu Hause eine ganze Menge. Wissen ist Macht. Gerade bei einem Thema, das sich so lange im Verborgenen abspielt. Fassen wir das Ganze jetzt noch mal ganz kurz zusammen. Wenn du aus dieser Folge nur einen Gedanken mitnimmst, nämlich diesen, Insulinresistenz ist keine Frage von Disziplin oder Charakter. Es ist ein Schloss, das schwergängig geworden ist. Und Schlösser lassen sich wieder leichtgängig machen. Mit Bewegung, mit den richtigen Reihenfolgen auf dem Teller, mit Schlaf und weniger Dauerstress. Aber eins sei dazu gesagt, natürlich ist jeder Mensch anders. Nicht jeder Hebel wirkt bei jedem gleich stark. Und natürlich muss man auch schauen, wo du gerade stehst. Aber jeder Hebel, den du versuchst zu nutzen, alles, was du zum Positiven änderst, kann diese Insulinresistenz ein Stück zurückdrängen. So, das war es heute zum Thema Insulinresistenz. Und ich denke, das hat wirklich eine eigene Folge verdient. Und in der nächsten Folge geht es um Laktoseintoleranz. Kein Defekt, kein Fehler im System, ein cleveres Überbleibsel aus der Steinzeit, das mit einem Baby vor zigtausend Jahren zu tun hat. Du erfährst, warum dein Bauch nach dem Cappuccino rebelliert, warum deine Freundin dieselbe Portion Sahnetorte locker wegsteckt und was dabei wirklich im Darm passiert. Also, komm doch wieder vorbei und hör wieder rein. Und bis dahin, pass auf dich auf und denk daran, dein Körper ist cleverer als du denkst. Und bis zur nächsten Folge, pass gut auf dich auf und vergiss nicht, dein Körper ist cleverer als du denkst.