Schlaf, Hormone & Gehirnreinigung
Was nachts wirklich passiert
14.06.2026 25 min
Zusammenfassung & Show Notes
Willkommen bei Gesundheitswissen to go – dein Körper ist cleverer als du denkst:-)
Schlafen ist Nichtstun? Von wegen. 😴
Während du die Augen zumachst, läuft in dir die produktivste Schicht des ganzen Tages an. 🌙
In dieser Folge nehmen wir den Schlaf auseinander – Stunde für Stunde, Phase für Phase. 🔍
🧠 Du erfährst, was das glymphatische System ist und warum dein Gehirn es nur nachts aktivieren kann.
💤 Du verstehst, warum der REM-Schlaf in der zweiten Nachthälfte über deine emotionale Stabilität und dein Gedächtnis entscheidet.
⚖️ Und du lernst, was Leptin, Ghrelin, Progesteron und Cortisol nachts treiben – und was passiert, wenn sie durch zu kurzen Schlaf aus dem Takt geraten.
💤 Du verstehst, warum der REM-Schlaf in der zweiten Nachthälfte über deine emotionale Stabilität und dein Gedächtnis entscheidet.
⚖️ Und du lernst, was Leptin, Ghrelin, Progesteron und Cortisol nachts treiben – und was passiert, wenn sie durch zu kurzen Schlaf aus dem Takt geraten.
Dazu kommen 5 konkrete Tipps, die du sofort umsetzen kannst ✅ – von Schlafzeiten und Raumtemperatur über Magnesium bis zur Frage, was Alkohol wirklich mit deiner Nacht macht. 🍷❌
Diese Folge ist für dich, wenn du morgens aufwachst und dich fragst, warum du trotzdem müde bist. 😔➡️💪
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ℹ️ Dieser Podcast dient der allgemeinen Information und Aufklärung. Er ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Heilpraktikerin.
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Transkript
(Transkribiert von TurboScribe. Upgrade auf Unbegrenzt, um diese Nachricht zu entfernen.) Du denkst, Schlaf ist nichts tun, vielleicht sogar
ein bisschen Zeitverschwendung.
Sechs Stunden reichen doch, ich bin doch funktionsfähig.
In Wirklichkeit läuft in dir in diesen Stunden
die wichtigste Schicht des gesamten Tages.
Dein Gehirn wächt sich selbst, buchstäblich.
Dein Immunsystem führt Kontrollrunden durch, repariert Schäden und
speichert Informationen über die vergangenen 24 Stunden.
Deine Hormone bereiten dich auf den nächsten Tag
vor, lange bevor du überhaupt die Augen aufmachst.
Und deine Zellen tun Dinge, für die tagsüber
schlicht keine Zeit ist.
Was das im Einzelnen bedeutet und warum eine
Nacht mit weniger als sieben Stunden Schlaf messbar
anders ist als eine mit neun.
Und was du heute Abend schon konkret tun
kannst, damit deine Nachtschicht endlich richtig anlaufen kann.
Das schauen wir uns heute an.
Bleib also dran, denn das wird spannender als
du denkst.
Darm, Hormone, Psyche, Energie, alles wirkt zusammen irgendwie.
Auch Kinderwunsch darf Thema sein, denn kein Symptom
steht ganz allein.
Gesundheitswissen to go für dein Team Mensch, sowieso.
Pass gut auf dich auf, Stück für Stück,
denn Balance bringt dich oft zurück.
Hallo und herzlich willkommen und schön, dass du
wieder dabei bist.
Heute bekommt der Schlaf sein wohlverdientes Dossier.
Denn das, was in deinem Körper passiert, während
du schläfst, ist eines der faszinierendsten Kapitel der
gesamten Medizin und eines der meisten unterschätzten.
Ich frage meine Patienten manchmal, würdest du dein
Auto wochenlang ohne Ölwechsel, ohne Inspektion, ohne Tankpause
fahren?
Und die Nachricht ist eigentlich immer Nein, natürlich
nicht.
Das ging ja gar nicht und das wäre
auch verrückt.
Und dann sage ich, genauso ähnlich ist es
mit deinem Körper.
Auch er braucht Zeiten, in denen er repariert,
sortiert und regeneriert.
Denn Schlaf ist keine passive Pause.
Dein Körper ist nachts hoch aktiv.
Man könnte sagen, während du schläfst, läuft im
Hintergrund eine hochpräzise Reparaturwerkstatt.
In dieser Folge schauen wir uns an, was
in deinem einzelnen Schlafphasen passiert, was Schlafmangel mit
deinem Gehirn, deinen Hormonen und deinem Immunsystem macht
und warum es keine Frage von Disziplin ist,
wenn du morgens trotz 8 Stunden Schlaf erschöpft
aufwachst.
Häufig ist das einfach nur Biologie.
Und genau darüber sprechen wir heute.
Warum ist Schlaf nicht einfach nur Ruhe?
Das klingt jetzt erstmal nach einer simplen Frage,
aber unser Verständnis von Schlaf hat sich in
den letzten Jahren stark verändert.
Früher dachte man lange, Schlaf ist eine Art
biologische Pause.
Das Gehirn fährt runter, der Körper wartet und
am nächsten Morgen geht es weiter.
Heute wissen wir, so einfach ist es nicht.
Schlaf ist eine hochaktive Phase.
In dieser Zeit passieren Dinge, die tagsüber nur
eingeschränkt möglich sind.
Und deshalb hat Schlafmangel echte messbare Folgen.
Für dein Gewicht, dein Immunsystem, deine Hormone, deine
Konzentration, deine Stimmung, dein Herz-Kreislauf-System und
wahrscheinlich auch für langfristige Prozesse, die im Gehirn
stattfinden.
Ich höre in meiner Praxis oft Sätze wie,
ich schlafe doch, ich bin doch im Bett.
Oder ich komme mit wenig Schlaf aus.
Und das war auch schon immer so.
Aber im Bett liegen und wirklich erholsam schlafen
sind zwei verschiedene Dinge.
Und sich an wenig Schlaf zu gewöhnen, bedeutet
auch nicht automatisch, dass der Körper damit gut
zurechtkommt.
Und genau das nehmen wir jetzt mal auseinander.
Das Gehirn reinigt sich im Schlaf.
Es nennt sich das glymphatische System.
Das ist vereinfacht gesagt ein Reinigungssystem des Gehirns.
Du kannst dir dein Gehirn wie eine große
Stadt vorstellen.
Tagsüber ist überall Betrieb.
Menschen sind unterwegs.
Es wird gearbeitet, kommuniziert, produziert und dabei entsteht
natürlich auch Abfall.
Und wann kommt in dieser Stadt die Müllabfuhr?
Ja, vor allem nachts.
Im Schlaf verändert sich der Raum zwischen den
Gehirnzellen.
Dieser Zwischenraum wird größer, sodass Gehirnflüssigkeit besser durch
das Gewebe fließen kann.
Und dabei können Stoffwechselreste abtransportiert werden, darunter auch
das Beta-Amyloid.
Das ist ein Eiweiß, das im Zusammenhang mit
Alzheimererkrankungen eine Rolle spielt.
Hier wird aber noch ganz, ganz viel geforscht.
Das heißt nicht, dass eine schlechte Nacht sofort
krank macht.
So funktioniert der Körper nicht.
Aber es zeigt, Schlaf ist nicht einfach nur
Nichtstun.
Schlaf ist aktive Pflegereinigung und Regulation.
Und wenn du dauerhaft zu wenig oder schlecht
schläfst, bekommt dieses System weniger Gelegenheit, seine Arbeit
gründlich zu machen.
Und genau deshalb ist Schlafqualität so entscheidend.
Schlaf ist kein einheitlicher Zustand.
Du schläfst nicht einfach ein und wachst acht
Stunden später wieder auf.
Stattdessen verläuft der Schlaf in Zyklen.
Eine solcher Zyklen dauert ungefähr 90 Minuten und
wiederholt sich mehrmals pro Nacht.
In diesen Zyklen durchläufst du verschiedene Schlafphasen.
Einschlafphase, Leichtschlaf, Tiefschlaf und REM-Schlaf.
Und jede dieser Phasen hat eine eigene Aufgabe.
Der Tiefschlaf ist besonders wichtig für die körperliche
Regeneration.
In dieser Phase wird unter anderem Wachstumshormon ausgeschüttet.
Dieses Hormon ist nicht nur bei Kindern, das
heißt der Wachstumshormon wichtig, sondern auch bei Erwachsenen
für Reparaturprozesse, Zellregeneration, Muskelgewebe, Knochenstoffwechsel und
Stoffwechselregulation.
Und wenn du regelmäßig schlecht schläfst, häufig krank
bist, schlecht regenerierst und morgens wie geredert aufwachst,
kann es sein, dass deine Tiefschlafphasen zu kurz
oder zu wenig erholsam sind.
Der REM-Schlaf, den ich eben erwähnt hatte,
der ist besonders wichtig für das Gehirn und
für die emotionale Verarbeitung.
REM steht für Rapid Eye Movement, also schnelle
Augenbewegungen.
In dieser Phase träumen wir besonders intensiv.
Aber es passiert noch viel mehr.
Erlebnisse des Tages werden sortiert, Gefühle werden verarbeitet,
gelerntes wird gefestigt.
Man kann sich das so vorstellen wie eine
innere Ablage.
Das Gehirn entscheidet jetzt, was wichtig ist, was
gespeichert wird und was losgelassen werden darf.
Deshalb ist Schlaf auch fürs Lernen, für die
Konzentration und für emotionale Stabilität so wichtig.
Der entscheidende Punkt ist aber, Tiefschlaf findet vor
allem in der ersten Nachthälfte statt.
REM-Schlaf dagegen in der zweiten Nachthälfte länger
und intensiver.
Und wenn du also regelmäßig sehr früh geweckt
wirst, durch den Wecker, Kinder, Lärm, Stress oder
innere Unruhe, dann verlierst du häufig genau diese
späteren REM-Phasen und damit einen wichtigen Teil
deiner emotionalen und mentalen Erholung.
Und jetzt kommt ein Punkt, der mir besonders
wichtig ist.
Schlafmangel ist tückisch, weil wir ihn so schlecht
wahrnehmen.
Wir merken es ja nicht, wenn wir nicht
gut geschlafen haben.
Vielleicht an unserer Stimmung, na ja, vielleicht auch
das Gefühl, ich habe heute schlecht geschlafen.
Aber wir können es nicht so wirklich messen,
außer wir haben eine Uhr, die eventuell den
Schlaf trackt.
Aber auch hier weiß man ja nicht genau,
wie korrekt die sind.
Studien zeigen, dass längeres Wachsein die geistige Leistungsfähigkeit
deutlich beeinträchtigen kann.
Wer 17 bis 19 Stunden am Stück wach
ist, kann in Bereichen wie Reaktionszeit, Aufmerksamkeit und
Genauigkeit ähnlich eingeschränkt sein, wie wenn er Alkohol
getrunken hat.
Und das bedeutet, du wirst langsamer, machst mehr
Fehler, reagierst impulsiver und oft merkst du es
selbst kaum.
Das ist das Gefährliche.
Denn je länger jemand unter Schlafmangel leidet, desto
mehr gewöhnt sich das subjektive Empfinden daran.
Man sagt dann vielleicht, ich bin eben kein
Langschläfer oder ich brauche einfach nicht so viel
Schlaf.
Aber häufig hat sich der Körper nur an
diesen Mangelzustand angepasst.
Das heißt nicht, dass dieser Zustand optimal ist.
Du spürst deine Müdigkeit irgendwann weniger deutlich.
Aber die objektiven Folgen können trotzdem bleiben.
Konzentrationsprobleme, Stimmungsschwankungen, Heißhunger, Infektanfälligkeit,
hormonelle Dysparlogen und schlechte Regeneration.
Als Heilpraktikerin, mit meinem Schwerpunkt auch auf das
Hormonsystem, liegt mir dieser Teil besonders am Herzen.
Denn Schlaf ist kein isoliertes Thema.
Schlaf sitzt mitten im Hormonsystem.
Denn alles hängt ja zusammen.
In den ersten Stunden des Schlafs, ich hatte
es gesagt, wird Wachstumshormon ausgeschüttet.
Das nennt sich auch Somatotropin.
Dieses Hormon unterstützt Regenerationszellaufbau, Stoffwechsel, Muskelmasse
und Knochengesundheit.
Wenn aber Tiefschlaf fehlt, fehlt dem Körper ein
wichtiger Teil dieser nächtlichen Reparaturarbeit.
Auch Cortisol folgt einem natürlichen Tagesrhythmus.
Normalerweise ist Cortisol abends niedriger, damit du zur
Ruhe kommst.
Und Melatonin endlich seinen Job machen darf.
Gegen Morgen steigt dann Cortisol wieder an und
das Melatonin sinkt ab.
Denn diese beiden sind nie gleichzeitig im Körper
so richtig vorhanden.
Es sind Gegenspieler, so würde ich das Ganze
jetzt sagen.
Cortisol soll dich ja wach machen.
Du hast also damit Energie für den Tag.
Und so solltest du auch in den Tag
starten.
Das ist gesund und das ist auch so
gewollt, dass diese Kurve so läuft.
Problematisch ist es aber, wenn dieser Rhythmus durcheinander
gerät.
Zum Beispiel durch chronischen Stress, unregelmäßige Schlafzeiten, Nachtschicht
oder Schichtarbeit im Allgemeinen, zu viel Bildschirmzeit am
Abend und dauerhafte innere Anspannung.
Dann kann es passieren, dass Cortisol abends hoch
ist.
Du bist müde, aber innerlich wach.
Du liegst im Bett, aber dein System findet
keinen sicheren Weg zur Ruhe.
Und morgens ist Cortisol möglicherweise nicht dort, wo
es sein sollte.
Dann wachst du erschöpft auf, obwohl du eigentlich
lange genug im Bett warst.
Auch Insulin und Blutzucker hängen eng mit dem
Schlaf zusammen.
Schlafmangel kann die Insulinempfindlichkeit verschlechtern.
Und das bedeutet, der Körper braucht mehr Insulin,
um den Blutzucker stabil zu halten.
Langfristig kann das Stoffwechselprozesse belasten und das Risiko
für eine Insulinresistenz erhöhen.
Und dann ist da auch noch Leptin und
Grelin, ebenfalls Hormone.
Leptin ist eines der Hormone, die in deinem
Körper Sättigung signalisieren.
Und Grelin steigert den Hunger.
Bei Schlafmangel kann dieses Zusammenspiel aus dem Gleichgewicht
geraten.
Und das Ergebnis?
Du hast nach einer schlechten Nacht oft mehr
Hunger, besonders auf schnelle Kohlenhydrate, Süßes oder energiereiche
Lebensmittel.
Das ist tatsächlich kein Charakterfehler.
Das ist kein Mangel an Disziplin.
Das ist wieder mal Biologie.
Dein Körper versucht nämlich, fehlende Energie auszugleichen.
Für Frauen möchte ich noch etwas ergänzen, das
ich in der Praxis häufiger sehe.
Schlechter Schlaf und ein Progesteronmangel können sich gegenseitig
verstärken.
Progesteron wirkt bei vielen Frauen nämlich beruhigend und
schlaffördernd.
Gleichzeitig ist das Hormonsystem sehr stresssensibel.
Chronischer Stress, schlechter Schlaf und ein aus dem
Gleichgewicht geratener Zyklus können sich gegenseitig beeinflussen.
Besonders in der zweiten Zyklushälfte, in der Perimenopause
und in den Wechseljahren wird das oft sehr,
sehr deutlich.
Schlechteres Einschlafen, nächtliches Aufwachen, innere Unruhe, Hitzewallungen,
das Gefühl, morgens nicht wirklich erholt zu sein.
Auch dein Immunsystem nutzt den Schlaf.
Du kannst dir das so vorstellen wie ein
organisiertes Sicherheitssystem.
Tagsüber reagiert es auf das, was passiert.
Nachts wird sortiert, reguliert, gelernt und repariert.
Im Schlaf werden verschiedene Immunprozesse unterstützt.
Bestimmte Immunzellen werden aktiviert, Botenstoffe werden ausgeschüttet,
Entzündungsprozesse werden reguliert und das Immunsystem kann Informationen
besser verarbeiten.
Auch nach Impfungen spielt Schlaf eine ganz wichtige
Rolle, weil der Körper in dieser Zeit Immunantworten
aufbaut und stabilisiert.
Das bedeutet nicht, dass Schlaf allein alles entscheidet.
Natürlich spielen Ernährung, Stress, Bewegung, Darmgesundheit, Mikronährstoffe
und auch Vorerkrankungen eine Rolle.
Aber Schlaf ist wirklich ein zentraler Baustein.
Wer dauerhaft zu wenig schläft, gibt seinem Immunsystem
wenig Raum für Regulation und Erholung.
Das kann sich zeigen durch häufigere Infekte, längere
Erholungszeiten oder das Gefühl, nie wirklich stabil zu
sein.
Dann der Satz, ich bin einfach Kurzschläfer.
Diesen Satz höre ich ebenfalls relativ häufig, um
sich irgendwie zu entschuldigen, dass man vielleicht keinen
besonders guten Schlaf hat.
Und ja, es gibt Menschen, die genetisch tatsächlich
mit weniger Schlaf auskommen.
Aber diese Menschen sind sehr, sehr selten.
Für die meisten gilt, wer dauerhaft wenig schläft
und sich trotzdem leistungsfähig fühlt, hat sich oft
nur an den Zustand gewöhnt.
Das Gehirn ist unglaublich anpassungsfähig.
Es hilft dir, weiterzumachen.
Auch dann, wenn die Bedingungen eigentlich nicht optimal
sind.
Aber Anpassung bedeutet nicht automatisch Gesundheit.
Schlafmangel kann sich ansammeln.
Man merkt es nicht immer sofort, aber irgendwann
zeigt der Körper seine Rechnung.
Vielleicht auch nicht dramatisch von heute auf morgen,
aber schleichend.
Du wirst reizbarer, du brauchst mehr Kaffee, du
hast mehr Heißhunger, du reagierst schneller, schlechter, deine
Konzentration lässt nach, deine Stimmung kippt schneller, dein
Zyklus verändert sich, deine Haut wird müder, dein
Immunsystem wird anfälliger.
Und irgendwann denkst du, ich funktioniere zwar noch,
aber ich fühle mich nicht mehr wie ich
selbst.
Und genau da lohnt es sich, genauer hinzugucken.
So, was kannst du jetzt tun, damit deine
nächtliche Regeneration besser läuft?
Ich gebe dir heute 5 konkrete Punkte mit.
Nicht 10, nicht 20.
5 Dinge, die wirklich einen Unterschied machen können.
Starten wir einfach mal mit Punkt Nummer 1.
Also, stabilisiere deine Schlafzeiten.
Gehe möglichst regelmäßig zur gleichen Zeit schlafen und
stehe möglichst zur gleichen Zeit auf, auch am
Wochenende.
Das klingt zwar streng, aber dein Körper liebt
Rhythmus.
Dein zirkadianes System, also deine innere Uhr, arbeitet
am besten mit Vorhersehbarkeit.
Wenn du jeden Tag zu völlig anderen Zeiten
ins Bett gehst und auch aufstehst, muss dein
Körper sich ständig neu orientieren.
Viele nennen das Wochenende Erholung, aber biologisch kann
langes Ausschlafen am Wochenende den Rhythmus zusätzlich verschieben.
Man spricht hier auch vom sozialen Jetlag.
Das heißt nicht, dass du nie ausschlafen darfst.
Aber wenn dein Körper ohnehin instabil ist, kann
ein regelmäßiger Rhythmus einer der wichtigsten ersten Schritte
sein.
Zweitens.
Dein Schlafzimmer ist kein Wohnzimmer.
Dein Schlafzimmer sollte deinem Körper signalisieren, hier ist
Ruhe.
Ideal sind für viele Menschen ein kühler Raum,
wirkliche Dunkelheit und möglichst wenig Lärm.
Oft werden etwa 17 bis 19 Grad als
angenehm empfunden, aber natürlich ist das auch wieder
individuell.
Wichtig ist, dein Körper senkt zum Einschlafen die
Kerntemperatur.
Ein zu warmes Schlafzimmer kann diesen Prozess erschweren.
Auch Licht spielt eine große Rolle.
Besonders helles Licht und Bildschirmlicht am Abend können
die Melatoninproduktion stören.
Melatonin ist eins der wichtigsten Hormone für den
Schlaf-Wachrhythmus.
Es sagt deinem Körper, jetzt wird Nacht, du
darfst herunterfahren.
Deshalb Handy raus aus dem Bett.
Oder zumindest Nachtmodus.
Stark gedimmtes Licht und keine aufwühlenden Inhalte direkt
vor dem Schlafen.
Vielleicht kann man auch hier wieder zu einem
ganz alten Wecker greifen, einen der vielleicht auch
sogar mit Batterien funktioniert, anstatt das Handy als
Wecker zu nutzen.
Dein Nervensystem braucht am Abend nicht noch einen
Krimi.
Fünf Nachrichtenmeldungen, vielleicht sogar einen Horrorfilm, das wäre
fatal.
Und drei unbeantwortete WhatsApp-Konflikte.
Es braucht einfach nur Sicherheit und Ruhe.
Und drittens, Alkohol ist keine gute Einschlafhilfe.
Das ist sogar einer der häufigsten Irrtümer.
Alkohol macht müde, ja.
Viele schlafen dadurch auch schneller ein.
Aber die Schlafqualität leidet.
Alkohol kann nämlich den Schlaf unruhiger machen, nächtliches
Aufwachen fördern und besonders den REM-Schlaf beeinträchtigen.
Und das bedeutet, du schläfst vielleicht scheinbar genug
Stunden, aber die Erholung ist schlechter.
Viele kennen das.
Man war abends essen, hat zwei Gläser Wein
getrunken, schläft schnell ein und wacht nachts um
drei Uhr auf.
Mit trockenem Mund, Herzklopfen und innerer Unruhe.
Das ist kein Zufall.
Alkohol ist für den Körper ein Stoff, der
verarbeitet werden muss.
Und diese Verarbeitung stört die nächtliche Regeneration.
Und als viertes.
Achte auf stabilen Blutzucker.
Manche Menschen wachen nachts auf, weil der Blutzucker
absinkt und der Körper mit Stresshormonen gegenreguliert.
Das kann sich zeigen durch nächtliches Wachwerden, Herzklopfen,
innere Unruhe oder das Gefühl, plötzlich hellwach zu
sein.
In solchen Fällen kann es helfen, abends nicht
zu spät, aber ausreichend stabilisierend zu essen.
Eine Mahlzeit mit Eiweiß, gesunden Fetten und komplexen
Kohlenhydraten ist für viele Menschen besser als ein
sehr zuckerreiches, kohlenhydratreiches oder sehr leichtes Abendessen.
Manche profitieren auch von einem kleinen Proteinsnack vor
dem Einschlafen, wie zum Beispiel ein paar Nüsse,
etwas Hüttenkäse, ein Löffel Mandelmus oder etwas ähnliches.
Das ist nicht für jeden nötig.
Also nicht jeder kann hier profitieren.
Deshalb ist es natürlich wieder so wichtig, hier
auch ganz individuell auf sich selbst zu schauen,
etwas auszuprobieren und wenn es nicht klappt, einfach
das nächste zu probieren, bis man für sich
selbst die beste Strategie gefunden hat.
5.
Magnesium kann eine Rolle spielen Magnesium ist an
vielen Prozessen im Körper beteiligt, auch an der
Regulation von Muskeln und Nervensystemen.
Ein Mangel oder ein erhöhter Bedarf kann sich
unter anderem durch Muskelkrämpfe, innere Unruhe, Verspannungen oder
schlechtes Einschlafen bemerkbar machen.
Und gut verträgliche Formen sind zum Beispiel Magnesium
-Bis-Glucinat oder Magnesium-Treonat.
Viele Menschen nehmen Magnesium eher am Abend, weil
es entspannend wirken kann.
Aber es ist nicht automatisch besser.
Die passende Form und Dosis sollte auch wieder
passend auf den Menschen betrachtet werden.
Besonders bei Nierenerkrankungen, Medikamenteneinnahme, Schwangerschaft,
Stillzeit oder bestehenden Vorerkrankungen.
Wenn du Magnesium nicht gut verträgst oder davon
Durchfall bekommst, ist das ein Zeichen, genauer hinzuschauen,
eventuell auch die Magnesiumform zu wechseln, aber nicht
einfach höher zu dosieren oder es am Ende
ganz wegzulassen.
So, und wenn du trotz Schlaf nicht erholt
bist, wenn du das Gefühl hast, nie wirklich
erholt aufzuwachen, obwohl du eigentlich genug Stunden im
Bett warst, dann lohnt es sich tiefer hinzuschauen.
Denn dann geht es oft nicht um die
Anzahl der Stunden, sondern um die Qualität deines
Schlafs.
In der Praxis schaue ich mir an, was
deine Schlafqualität wirklich begrenzen könnte.
Das kann zum Beispiel sein ein gestörter Kortisolrhythmus,
Schilddrüsenthemen, einen Progesteronmangel, Blutzuckerschwankungen,
Darmprobleme, chronischer Stress, stille Entzündungen, Mikronährstoffmängel
oder ein Nervensystem, das einfach nicht mehr zur
Ruhe kommt.
Und genau hier wird es individuell.
Denn Schlafprobleme sind selten nur ein einzelnes Problem.
Meistens sind sie ein Signal des Körpers, dass
etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Und die gute Nachricht ist, man kann hier
hinschauen, man kann messen, man kann Zusammenhänge erkennen
und man kann Schritt für Schritt regulieren.
Nicht nach Schema F, sondern passend zu deinem
Körper.
Fassen wir das Ganze jetzt nochmal schnell zusammen.
Schlaf ist keine Pause.
Schlaf ist eine der produktivsten Phasen des gesamten
Tages.
Und während du schläfst, reinigt sich dein Gehirn,
dein Immunsystem reguliert sich, deine Hormone sortieren sich,
deine Zellen reparieren sich und dein System, also
dein Nervensystem bekommt die Chance, wieder in Balance
zu kommen.
Jede Stunde Schlaf, die dauerhaft fehlt, ist nicht
einfach nur verlorene Ruhe.
Sie ist verlorene Regenerationszeit.
Und wenn du morgens erschöpft aufwachst, obwohl du
lange genug geschlafen hast, nach deiner Meinung, dann
ist das kein Zeichen von Schwäche.
Es ist ein Hinweis und hier solltest du
einfach genauer hinsehen.
Der Hinweis nämlich darauf, dass dein Körper vielleicht
nicht tief genug regenerieren kann.
Dass dein Nervensystem zu aktiv ist, dass Hormone,
Blutzucker oder Stress eine Rolle spielen oder dass
dein Schlaf zwar lange genug, aber nicht erholsam
genug ist.
Und die wichtigste Botschaft dieser Folge ist hoffentlich,
Schlaf ist kein Luxus.
Schlaf ist Medizin und er ist eine Form
von Medizin, die dein Körper jeden Tag selbst
herstellen kann, wenn du ihm die richtigen Bedingungen
dafür gibst.
Und in der nächsten Folge geht es darum,
warum Progesteron oft schon Jahre vor der Minopause
lautlos in den Keller sinkt, während der Zyklus
noch völlig normal funktioniert und aussieht.
Du erfährst, was dein Darm und deine Hormone
damit zu tun haben, warum Östrogen dein Gehirn
vor Alzheimer schützen kann und welche Laborwerte du
wirklich brauchst, um zu verstehen, was in deinem
Körper gerade passiert.
Also komm doch vorbei und hör wieder rein.
Und wenn dir diese Folge gefallen hat, dann
würde ich mich wirklich von Herzen freuen, wenn
du mich einfach deinen Freunden oder Bekannten weiter
empfiehlst.
Das wäre eine riesige Unterstützung für mich.
Ich glaube fest daran, je mehr Menschen verstehen,
wie genial und klug unser Körper ist, desto
besser können wir alle auf uns selbst aufpassen.
Und das brauchen wir heute mehr denn je.
Also danke, dass du zuhörst, danke, dass du
hier bist und danke, dass du Teil dieser
kleinen, wachsenden Community bist.
Und bis dahin, pass gut auf dich auf
und vergiss nicht, dein Körper ist cleverer, als
du denkst.
Danke, dass du heute bei Gesundheitswissen2go wieder dabei
warst.
Hier bleibt es klar, verständlich und immer für
dich.
Wenn dir die Folge gefallen hat, abonniere den
Podcast und teile ihn mit jemandem, dem er
helfen könnte.
Denk daran, deine Gesundheit beginnt im Zentrum, bei
dir.
Bis zur nächsten Folge.
Das war Gesundheitswissen2go, medizin einfach erklärt.
Schön, dass du dabei warst.
Denk daran, dein Körper arbeitet nicht gegen dich,
er ist ein Team-Mensch und er verdient
es, verstanden zu werden.
Und bis zur nächsten Folge, pass gut auf
dich auf und vergiss nicht, dein Körper ist
cleverer, als du denkst.